Nach der viel disku­tierten Absage seines Regie-Engage­ments bei den Bayreuther Fest­spie­len wird der Kün­stler Jonathan Meese die Auseinan­der­set­zung mit dem Par­si­fal auf eine neue Dimen­sion befördern. Bei der Urauf­führung von MONDPARSIFAL ALPHA 1–8 (ERZMUTTERZ DER ABWEHRZ) ist kein nach­schöpferisch­er Akt zu erwarten, son­dern vielmehr das Aufeinan­dertr­e­f­fen des bilden­den Kün­stlers Meese mit dem Kom­pon­is­ten Bern­hard Lang. Die bei­den wer­den mit ihrem neuen Paris­fal-Pro­jekt den Wag­n­er-Mythos in ein weit ent­fer­ntes Rev­o­lu­tion­s­jahr der Zukun­ft trans­portieren.

Als zeit­genös­sis­che Neuin­ter­pre­ta­tion und Würdi­gung der berühmt-berüchtigten let­zten Wag­n­er-Oper wird hier ein his­torisches Meis­ter­w­erk als kün­st­lerische Reibefläche ver­standen und in einem schöpferischen Prozess dekon­stru­iert, um dann in unge­wohn­ter Form neu aufge­laden zu wer­den. Par­si­fal und Wag­n­er als Kraft­felder, die als Opern-Raum­schiffe in einem Zitat­en-Gewit­ter Ver­gan­gen­heit und Zukun­ft in der Gegen­wart vere­inen. Jonathan Meese, dessen indi­vidu­elle mythol­o­gis­che Kunst­welt auch eng mit Wag­n­er verknüpft ist, zeich­net für die Regie, wie auch für das Büh­nen- und Kostüm­bild ver­ant­wortlich. Bern­hard Lang hält sich eng an das Libret­to und die Struk­tur der Oper Wag­n­ers und schafft daraus einen vol­lkom­men neuen Klangkos­mos. Kein Musik­the­ater für Archäolog*innen son­dern vielmehr ein Fest für die Zukunftsforscher*innen unter uns!

Slice me Nice! Die mythis­che Fig­uren­welt Wag­n­ers (Par­si­fal, Kundry oder Kling­sor) trifft auf eine zukün­ftige Mond­ba­sis, die wiederum von Richard Wag­n­er, wie auch von Fan­cy, Mar­lon Bran­do, Zardoz, dem Wick­er­man und Bar­barel­la bewohnt wird. Ein elek­trisiert­er Eagle Trans­porter schwebt übers Bild, eine riesige Stroh­puppe zu Erntedank, die Gemein­schaft des Grals wartet immer noch uner­müdlich auf dessen Enthül­lung. Doch etwas hat sich mit­tler­weile grundle­gend geän­dert …” (Jonathan Meese)

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